Schimmel vermeiden

Mangelnde Lüftung?

Ob beim Duschen, Kochen oder einfach beim Atmen – jeder Mensch produziert aktiv und passiv Luftfeuchtigkeit.

Leckagen oder feuchtes Mauerwerk lassen sich natürlich nicht durch Lüften instandsetzen. Aber für das alltägliche Leben in den eigenen vier Wänden ist richtiges und systematisches Lüften wichtig und sinnvoll.

Mit diesem Luftaustausch wird nämlich genau jene Feuchtigkeit abgeführt, für die wir selbst zuständig sind. Und das ist nicht gerade wenig. Wenn wir duschen oder kochen, Zimmerpflanzen pflegen oder Wäsche waschen, erhöht sich regelmäßig die Luftfeuchtigkeit. Und wenn wir schwitzen, kommt noch mehr dazu. Das summiert sich täglich auf rund 5-6 Liter Wasser, die in die Raumluft abgegeben werden.

Lüftung

Zentrale Voraussetzung für die Feuchtigkeitsabfuhr ist ein ausreichender und regelmäßiger Luftaustausch (bzw. Wassertausch). Für hygienische Luftverhältnisse sollte idealer Weise alle zwei Stunden gelüftet werden. Wichtig ist aber auch die Art der Lüftung. Wenn es räumlich möglich ist, sollte immer eine Querlüftung über zwei Fenster oder Türen erfolgen. Ist das nicht möglich, bietet sich die Stoßlüftung an (kurz und kräftig). Die Dauer der Lüftung ist außerdem abhängig von der Jahreszeit. Dabei gilt, je kälter die Luft ist, desto kürzer kann aufgrund der verstärkten Thermik gelüftet werden.

Eine Lüftung über gekippte Fenster eignet sich generell nicht, weil entweder der Luftaustausch (Altwasser) zu gering oder die Energieverluste durch ständiges Kippen zu hoch wären. Dieser absolute Energieraub muss mit bis zu 200 Euro zusätzlich pro Heizsaison bezahlt werden.
Ebenso unsinnig: lüften von einem Zimmer in ein anderes; so kommt feuchte Luft niemals nach draußen.

 

Die Dauer des Lüftens hängt insbesondere vom Wetter und der Art der Wohnungsnutzung ab. Je wärmer es draußen ist, desto länger muss gelüftet werden. Faustregel: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt genügen drei bis fünf Minuten, bei wärmerem Wetter zehn bis 15 Minuten.
Der Wunsch, Energie einzusparen, kollidiert leider häufig mit der Notwendigkeit, frische und gesunde Raumluft zu atmen. Orientieren Sie sich am besten für die einzelnen Räume an folgenden Richtwerten:

  • im Wohnzimmer, Kinderzimmer und der Küche 20 Grad
  • im Bad 21 Grad
  • im Schlafzimmer nachts nicht unter 16 Grad

 

Besonders in anfälligen Räumen mit unzureichendem Wärmeschutz sollte der Thermostat immer (auch bei Abwesenheit) auf 16 Grad eingestellt bleiben. Bei neuen Fenstern: Überprüfen Sie Ihr Lüftungsverhalten und passen es ggf. den neuen Gegebenheiten an (häufiger lüften).

Wenn kurzzeitig größere Mengen Wasserdampf entstehen: Sorgen Sie beim Kochen und Duschen für eine rasche Abfuhr (Stoßlüften). Wenn die Zimmertüren geschlossen sind, zieht die Feuchtigkeit auch nicht durchs ganze Haus. Das gleiche gilt für trocknende Wäsche, die im Zimmer aufgehängt wird.